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Testbericht Tesoro Lobo
Supertraq
Ich bin seit vielen Jahren
begeisterter Sondengänger und habe mich mit Metalldetektoren verschiedener
Hersteller eingehend beschäftigt. Sogenannte Testberichte über
Suchgeräte sehe ich eher skeptisch. Es reicht eben längst nicht einen
Metallgegenstand wie z. B. eine Münze zu vergraben und aus der
resultierenden Suchtiefe auf die Qualität des Detektors zu
schließen. Zu viele Parameter sind zu berücksichtigen, der Boden,
die Metalllegierung des Gegenstandes, Form, Masse sowie die Entfernung der
nächsten Metallgegenstände.
Dazu kommen eventuelle
Störfelder von Spannung führenden Leitungen oder sonstige
Einstrahlungen auf den Detektor. Zudem erlauben viele Detektoren derart viele
Justiermöglichkeiten, dass kaum jemand in der Lage sein dürfte die
Sonden auf alle Betriebsbedingungen optimal einzustellen, geschweige denn, im
Vergleichstest bei jedem Testgerät alle Register zu ziehen. Um alle
Varianten zu prüfen, würde selbst ein zähes Schatzsucherleben
wohl kaum ausreichen. Sinnvoller scheint mir eine andere Art der Selektion zu
sein.
Zunächst muss eine
praxisgerechte Sucheinstellung gefunden werden, also immer hart an der Grenze
was Diskriminator und Empfindlichkeit so eben noch zulassen, ohne das
Störgeräusche die Nutzsignale unkenntlich machen. Es ist sehr
zeitintensiv die optimale Einstellung eines Detektors zu ermitteln. Ich suche
zunächst eine bestimmte Fläche mit einem mir bestens vertrautem
Detektor ab. Wenn kein einziges positiv Signal mehr zu ermitteln ist nehme ich
einen zweiten Detektor und suche die Fläche noch einmal ab. Danach
wiederhole ich das Ganze auf einer neuen Fläche nur in umgekehrter
Reihenfolge. Um sicher zu gehen nicht einfach Targets des zuerst eingesetzten
Detektors überlaufen zu haben, werden natürlich die
verbleibenden Signale vor dem Ausgraben mit der ersten Sonde
gegengeprüft.
Je größer die Anzahl
der abgesuchten Flächen ist, desto aussagekräftiger sind die
Ergebnisse. Ich habe auf diese Weise die Detektoren Whites Spectrum und
Whites 6000, den Minelab Explorer und den Tesoro Lobo miteinander verglichen.
Einschränkend zu den Suchleistungen der verglichenen Geräte muss ich
folgendes hinzufügen: Von mir sind die wie üblich
eisenverseuchten mittelalterlichen und römischen
Fundplätze als Testgebiet verwendet worden. Jedes noch so kleine positive
Target wird ausgegraben. Die suche nach tiefvergrabenen Horten oder
Verwahrfunden habe ich nicht berücksichtigt. Einzelne tiefliegende
große Objekte setzen selbstverständlich sowohl andere Methoden als
auch andere Detektoren voraus.
Ich kann meinen Minelab GP-Extreme
oder einen Pulsestar schon auf Grund der quasi fehlenden
Diskriminatoren nicht mit den normalen Suchgeräten vergleichen. Das
Whites 6000 (alter Typ) ist ein hervorragendes Suchgerät das nach relativ
kurzer Eingewöhnungszeit zu erstklassigen Suchergebnissen führt. In
der Statik (ohne Metallunterscheidung) ist die Suchtiefe sogar unglaublich und
erinnert schon stark an eine Großschleife. Das von mir auch heute als
Reservegerät dienende Whites Spectrum XL ist in der Suchleistung mit dem
6000 vergleichbar. Um das Spektrum optimal nutzen zu können muss man
sich leider mit den vielen Einstellmöglichkeiten beschäftigen. Die
Lernfähigkeit des Spectrum, also das ausblenden z.B. von
Ziehlaschen hat mich nicht überzeugt, zuviele Gegenstände mit
ähnlichen Eigenschaften werden nicht mehr geortet. Strandsucher
werden vielleicht anderer Ansicht sein.
In Gesprächen mit einigen
Spectrum Besitzern hatte ich den Eindruck, dass einige das Prinzip der genialen
Anzeige nicht verstehen. Wer die Möglichkeiten dieses Detektors
nutzen kann, wird Ortungsschärfe, Diskriminator, das große
Suchvolumen, die gute Nachtbeleuchtung und nicht zuletzt die geschlossene
Bauweise die auch schlechten Witterungsbedingungen trotz zu schätzen
wissen. Nachteilig sind die Batteriekontakte, welche nach einiger Zeit bei
vielen Geräten zu Kontaktschwierigkeiten führen. Der Minelab
Explorer ist zumindest wenn man die maximale Suchtiefe ausnutzen will
ein äußerst gewöhnungsbedürftiges Suchgerät.
In der Grundeinstellung läuft das Gerät tadellos ruhig, hat aber
keine dem hohen Preis auch nur annährend rechtfertigende Suchleistung. Bei
entsprechender Scharfstellung also max. Sensitivität und
abgeschalteter automatischer Bodenanpassung ist die Tiefenortung von
Buntmetallteilen extrem gut und den Spektrum überlegen, allerdings erkauft
mit einer Unruhe das Gerät scheint Liedchen komponieren zu wollen
an die sich nur duldsame und geduldige Sucher gewöhnen werden.
Nachteilhaft ist das hohe Gewicht, der schnell aufgebende
Kopfhörerkontakt, das wenig hilfreiche Display (endlich habe ich den
sogenannten springenden Punkt kennen gelernt) sowie das unselige
Gestänge, was bei etwas rauher Behandelung wer dicht auf steinigem
Boden sucht weis was ich meine schnell seinen Geist aufgibt.
Der unscheinbare Tesoro Lobo
wirkte auf mich zunächst ausgesprochen hilflos, so ganz ohne Anzeigen oder
Displays und ausgerüstet mit einer filigran aussehenden Spiderspule. Auch
war meine bisherige Erfahrung mit einem früheren Gerät von Tesoro,
dem Bandito, dass die Suchtiefe eher gering und der Wirkungsbereich der Spule
nur sehr punktförmig war. Ein Gerät mit guter Ortung für kleine
Münzen, aber sicher in den allround Eigenschaften den vorgenannten
Geräten deutlich unterlegen.
Nun also der Lobo. Erster Einsatz
auf einem aus allen möglichen Winkeln abgesuchten Burghang. Das Spektrum
und der Explorer zeigen kein einziges Buntmetallteil mehr an. Der handliche
Lobo bringt es an einem Nachmittag auf unglaubliche 70 in Worten: s i e b z i g
Buntmetallortungen. Natürlich ausschließlich Kleinteile meistens
winzige Bleifetzen, Bronzenägelchen, kleine Knöpfe, drei leider neue
Kinderringe und zwei Denare! Gegenprobe: Ich suchte mit dem Lobo eine
mittelalterliche Klosteranlage haarfein ab. Nach mehreren Suchtagen hatte ich
mehr als hundert Bleireste von Fenstereinfassungen, 20 Münzen, 2
Petschaften, 11 Fingerhüte, 6 Anhänger, eine karolingische Fibel, 3
figürliche Tierdarstellungen, 3 Bronzenadeln, viele Knöpfe und
diverse weitere Buntmetallgegenstände gefunden.
Eine Nachsuche mit dem Whites
Spectrum ergab nur 2 weitere Funde: eine Bronzenadel und eine rechteckige
Kupferplatte die hälftig aus Eisen bestand. Ähnliche Erfahrungen habe
ich auf bereits sehr ausgedünnten Ackerflächen gemacht.
Z. B. habe ich auf einem sandigen Acker mit viel Eisenschrott nach dem
Pflügen beim Vorjährigen absuchen mit dem Spectrum und dem Explorer
im Durchschnitt 5 positive Targets pro gelaufener Bahn gehabt. Ein Vorteil des
Explorers war seine Unempfindlichkeit gegenüber mineralisierter
sogenannter heißer Steine. Nach nicht einmal einer halben Suchspur hatte
ich bereits meine ersten 5 Targets, eine Schrotkugel, die Zunge einer
Ziehlasche, ein Stückchen Bleischmelze, ein kleines Bronzefragment und
einen winzigen Hohlpfennig. Ich habe an diesem Tag den Lobo nicht
mehr aus der Hand gelegt und hatte Abends das beste Suchergebnis seit vielen
Jahren wohlgemerkt auf einer seit langer Zeit von mir sondierten
Fläche!
Bei allen Versuchen und
Vergleichen kann ich nur zu einem Ergebnis kommen: Dieser Detektor ist kaum zu
überbieten. Ich kann alte Suchgebiete die bereits als quasi fundleer
eingestuft werden wieder erfolgreich neu absuchen. Die Suchtiefe an Kleinteilen
ist hervorragend. Bedingt durch das niedrige Gewicht welches ein relativ
schnelles Schwenken der Sonde erlaubt und das große Suchvolumen pro
Schwenk ist die Such äußerst effektiv. Pinpointen ist
normalerweise überflüssig, im normalen Bewegungsmodus lässt sich
ein Objekt präzise orten und ausgraben. Die Arbeitsgeschwindigkeit die
dieser Detektor zulässt, die präzise Ortung und der unglaublich genau
arbeitende Diskriminator sind völlig einzigartig.
Verbesserungswürdig sind die anfälligen Kippschalter und das nicht
wetterfeste Gehäuse. Auch die optionale Schutzhülle ist nicht
perfekt. Eine Plastiktüte zum abdichten des Bedienteils hat sich speziell
bei schlechtem Wetter bewährt. Für lahme Suchenten ist dieser
Detektor absolut ungeeignet. Für geübte Vielsucher (Vielfinder)
eröffnet der Lobo dagegen tatsächlich eine neue Dimension.
Ich habe niemals zuvor so viele
Funde gemacht wie mit diesem Detektor! Mit freundlichen
Grüßen D.K. |