Testbericht XP ADX 250

Testbericht und Erfahrungen mit dem XP ADX 250 von Andreas Bayer, Berlin!


Im Lieferumfang ist alles mit dabei um gleich los zu legen, eine deutsche Bedienungsanleitung, ein klein verpackter Kopfhörer in praktischer Kunststoff-Schutzbox, dadurch ist nun auch ein sicherer Transport ohne verdrehen des Kabels gewährleistet und der Kopfhörer bleibt schön sauber.


Da das Sendeteil für den Funkkopfhörer bereits in der Platine des ADX250 integriert ist, macht das spätere Nachrüsten des Funkkopfhörers überhaupt kein Problem mehr!

Mit dabei auch ein Staub- und Regenschutz mit Klarsichtfenster sowie die 22cm Doppel-D Spule mit stabilen Spulenschutz! Ganz neu bei XP ist das mittlere Gestänge, anstatt wie bisher nur einer Feststellmutter, hat das neue Gestänge nun zwei Feststellschrauben, was die Stabilität des Gestänges beim schwenken weiter erhöht!


Auffallend auch die sehr gute Kabelqualität, Brüche oder Kurzschlüsse wird es damit wohl kaum geben...Die Kontakte der Spulenbuchse sind für die bessere Leitfähigkeit vergoldet. Ein kleiner elastischer Schutzhut aus Kunststoff der fest am Element montiert ist kann auf den Stecker gesteckt werden und schützt ihn bei Nichtgebrauch vor Staub und Dreck.

Die Spulenbuchse am Detektor ist ebenfalls durch einen Kunststoffschutz abgedeckt. Hier hat sich XP im Detail gute Gedanken gemacht.


Das schwarze dreiteilige Gestänge ist schnell zusammen gebaut und macht einen sehr stabilen Eindruck, da habe ich schon andere Sachen gesehen. Alles in allem kann man von einer qualitativ hochwertigen Verarbeitung sprechen!


Da ich auch auf alten Siedlungsstellen (mit Grabungsgenehmigung) suchen darf und diese Stellen bekanntlich einen hohen Eisenanteil aufweisen, ist es mir wichtig mit meinem Detektor Eisen zuverlässig und möglichst ohne nennenswerten Tiefenverlust auszublenden bei gleichzeitiger guter Sensitivität auf kleine mittelalterliche Münzen und Fibeln. Das funktioniert nur mit einem guten Diskriminator. Der ADX250 hat zwei Diskriminations-Ebenen D1 (graue Umrandung) und D2 (rote Umrandung), die mit einem Kippschalter separat ausgewählt werden können. Die beiden Ebenen erlauben eine genaue Einstellung der gewünschten Filterstärke.


Nach dem Einschalten des Detektors erfolgt wenige Sekunden später ein Kontrollton der Geräteelektronik was die Ortungsbereitschaft signalisiert. Den Sens Regler stelle ich kurz vor den roten Bereich, gerade so das der ADX250 noch ruhig läuft (ohne Störsignale)! Manchmal, bei wenig mineralisiertem Böden kann der Sens Regler auch im roten Bereich Justiert werden.



Dann lege ich 10 Stck. rostige Nägel mit einer Länge von je 80mm auf den Boden. Jetzt stelle ich den Disk (Schrottfilter) so ein, dass die Nägel beim überschwenken ausgefiltert werden, bzw. nicht mehr mit Signal angezeigt werden.


Hierzu reicht die Einstellung D1 auf ca. 2 Uhr. Das reicht für die meisten Suchgebiete aus, kleine Eisenteile werden durch den super trennenden Disk ausgefiltert. Im D1 Spektrum filtert der ADX250 hauptsächlich im Eisenbereich. Schaltet man auf die zweite Ebene D2, können auch unerwünschte Buntmetalle wie z.B. kleine Silberpapierschnipsel ausgeblendet werden. Auf Ebene D1 ist selbst bei voll aufgedrehtem Filter kein Tiefenverlust feststellbar. Erst in D2 ab Stellung 12 Uhr (Foil) merkt man geringe Tiefenverluste.


Nur wenn ich Eisen gut von Buntmetallen/Edelmetallen unterscheiden kann macht die Suche bei starker Eisenverschrottung Sinn.



Da ich vor der eigentlichen Suche grundsätzlich alle meine Geräte einem Tiefentest auf Münzen unterziehe, ist nun auch der ADX 250 an der Reihe. Hierzu nehme ich eine kleine silberne Mittelaltermünze, wirklich hauchdünn mit einem Durchmesser von 13mm und ein 50 Cent Stück, dass wohl jeder irgendwo auftreiben kann um eventuelle Vergleichsmessungen mit eigenen Geräten durchführen zu können.



Die Ausführung erfolgt auf gut mineralisiertem, trockenem Wiesenboden. Also ein Boden den Detektoren nicht gerade lieben und mit schlechten Ortungstiefen quittieren. Als erstes treibe ich ein Rohr mit einem Schlägel in den Boden, dann entferne ich das Rohr, führe die Münze ein, schließe das Loch und verdichte den Boden wieder mit dem Schlägel.


Diese Testmethode entspricht weitgehend der normalen Ortung auf einer Wiese oder anderen ungestörten Böden. Sie ist bei starker Verdichtung des Bodens mittels Schlägel vergleichbar mit schräg in den Boden eingetriebenen Münzen. Und anders als beim Graben eines größeren Loches und des Einfügen des Fundgegenstandes, bietet diese Methode nach meiner Erfahrung brauchbare und reproduzierbare Ergebnisse zum Leistungsvergleich von Detektoren.


Nun schwenke ich über die 14cm tief liegende mittelalterliche Münze und bekomme zu meiner Überraschung ein leises aber nicht klar wiederholbares Signal. In Anbetracht der denkbar schlechten Bodenverhältnisse und der kleinen Münze ein sehr guter Wert. Nur 1 cm mit dem Fuß vom Boden abgekratzt und das Signal kommt beim drüberschwenken schön laut und klar wiederholbar. Für mich sehr erstaunlich, das einzige Gerät was so ebenfalls auf die gleiche Art getestet wurde und wirklich besser war ist der XP Goldmaxx Power!!! Der spielt allerdings in der oberen Profi Liga und kostet schlappe 350 Euro mehr. Aber in dieser Kategorie bietet der ADX250 eine ganz hervorragende Performance in Tiefe, Disk und Verarbeitung!


Und nun den selben Test noch einmal mit dem 50 CENT Stück in 20cm Tiefe bei gleich schlechten Bodenverhältnissen.


Die Einstellung des ADX 250 bleibt die selbe. Ich kann durch Kreuzschwenken eindeutig die Münze orten, mit klarem und auch sehr lautem Signal, die Spule kann sogar noch weitere 5-7cm(!) angehoben werden, erst dann wird das Signal leiser und verschwindet mit einem knackenden Ton, ähnlich dem Ton beim ausblenden der Nägel!


Die Tiefenleistung beim XP ADX 250 ist absolut top. Zum Vergleich im gleichen Test:


Garrett Ace 250 = 11cm

Tesoro Compadre SE = 12cm

Tesoro Silver µMax = 13cm

Fisher F4 = 15cm

Whites IDX = 15cm

Tesoro Cibola SE = 18cm


Bei diesen Geräten war auf dem selben Boden definitiv kein Ortungssignal mehr zu bekommen. Man darf nicht vergessen, dass es sich beim ADX250 um ein semiprofessionelles Gerät handelt. Mit einfacher Bedienung die auch jeder Neuling schnell begreift. Einem super Disc und einer Eindringtiefe in den Boden die in dieser Preisklasse wohl einmalig sein dürfte!

Auffällig ist das auch jegliche Kleinteile sehr genau durch Kreuzschwenken der Spulenmitte (rotes XP Logo) geortet werden können. Wesentlich besser als bei den Doppel-D Spulen von Minelab und Fisher.



Nun werde ich mal sehen wie der Klassenprimus sich auf einem angesuchten Feld macht! Da hier hin und wieder auch Münzen zu finden sind, nun noch ein paar Probeschwenks. Der Boden ist stellenweise sehr stark mit antikem Eisenschrott durchsetzt, so das ich den Disc 1 weiter aufdrehen muss, auf 3 bis 4 Uhr um den Eisenmüll auszublenden.


Mit dieser Einstellung ist es möglich wirklich bloß noch nach Buntmetallen zu graben, Eisenteile jetzt auch größere werden diskriminiert. Ein sehr entspanntes Suchen ist nun möglich, keine Rest oder Störsignale mehr vom nun ausgeblendeten Eisenschrott, wenn ein Signal kommt ist es Buntmetall.
Massive Eisenteile in größeren Tiefen werden zwar immer noch angezeigt, aber es ist gut an dem Ton zu erkennen das es sich um Eisen handelt ! Er hört sich dann einige Hertz dumpfer an, obwohl der ADX 250 eine Eintonmaschine ist, kann man schon nach kurzer Zeit den Unterschied zwischen großem Eisen und kleinem Buntmetall deutlich wahrnehmen.



Man kann mit dem ADX250 extrem effizient Arbeiten und richtig Fläche machen, keine lästigen Einstellungen in irgendwelchen Untermenüs die ständig überprüft werden müssen, einfach Einschalten und los gehen, das ist es!

Dadurch das der ADX 250 auch kleine Münzen sicher ortet, eignet er sich prima als Allroundgerät, für den Ackergänger oder auch für die Militaria Suche. Mit der Doppel-D Technik werden enorme Tiefen schon mit der 22cm Standardspule erreicht.Fast 50cm auf ein Koppelschloß! Wem das nicht tief erscheint, der soll doch bitte mal so ein Loch im Boden ausheben, dann mal rein schauen und sich Fragen welcher der von Ihm benutzten Detektoren im mittlerem Preissegment um 500 Euro das schafft?


Eine starke Maschine für den Puristen, oder für Vielfinder die einfache Bedienung und starke Leistung suchen. Der Hersteller XP hat offensichtlich seine Hausaufgaben gemacht und zeigt es in beeindruckender Weise mit seinem ADX 250. Made in Europe, - die Zukunft?


Andreas Bayer,   Berlin


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